Einladung Wein und Speise: Gastrosophischer Jahresausklang des Collegium Vini am 3. Dezember 2016

Liebe Collegiatinnen, liebe Collegiaten,

schon eine Ahnung, wo unser traditioneller Jahresausklang stattfindet?
Im Heidelberger Schloss! Dieses prachtvolle und geschichtsreiche Bauwerk, bewundert von Touristen aus aller Welt, beherbergt mit „Scharffs Schlossweinstube“ ein Gourmetrestaurant mit einem Michelin-Stern. Der Patron Martin Scharff wird uns in gediegenem Schlossambiente ein Vier-Gänge-Menü servieren. Herr Scharff legt sein Augenmerk auf eine innovative Kräuterküche, die auf einer Grundlage von lokalen und saisonalen Produkten aufgebaut ist. Er gehört wie unser Gastgeber im vorigen Jahr, Herr Schneider in Miltenberg, der Vereinigung „Jeunes Restaurateurs d“ Europe“ an, die für ein hohes kulinarisches Niveau steht.

Unser gastrosophischer Jahresausklang entspricht in Neudeutsch dem „Wine and Dine“. Im kurpfälzischen Heidelberg stellt uns das Wein- und Sektgut Kassner-Simon aus Freinsheim in der Nordpfalz seine Gewächse vor. Es bewirtschaftet 16 ha unter anderem im Musikantenbuckel, im Oschelskopf und im Schwarzen Kreuz. Seine Rieslinge, Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder finden auch überregional Anerkennung bei Weinliebhabern sowie in den Weinführern. Herr Simon persönlich wird uns die Weine gemeinsam mit dem Sommelier der Schlossweinstube, Onel Morales, präsentieren. Freuen wir uns also auf einen stimmungsvollen und genussreichen Adventsabend im Heidelberger Schloss.

Es versteht sich, dass das Collegium den Nachmittag für eine Führung durch das Schloss nutzt. Jeder hat es schon besucht, aber eine Auffrischung des Wissens über seine Architektur und dramatische Historie steht uns wohlan.
Ich hoffe, dieses Programm ermuntert viele Collegiaten —gerne mit ihren Gästen —zur Teilnahme.
Die Teilnahmegebühr beträgt 165 € alles inklusiv. Sie ist zahlbar bei Anmeldung, die wie immer per E-Mail oder schriftlich an Frau Machau zu richten ist.

Folgender Ablauf ist vorgesehen:
13.45 h: Abfahrt Friedrichsdorf
14:30 h: Abfahrt Frankfurt Hbf. Südseite
16.30 h: Führung durch das Heidelberger Schloss
18:00 h: Abendessen in der Schlossweinstube
21:30 h: Rückfahrt nach Frankfurt und Friedrichsdorf

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit möglichst vielen von Ihnen. Kommen Sie bis dahin gut durch den Spätherbst, am besten bei einem guten Glas Rotwein.

Mit den besten Grüßen

gez. Dr. Klaus Schubäus

Zweite Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2015 am 10. November 2016

Wein ist das durch alkoholische Gärung aus dem Saft der frischen Weintraube hergestellte Getränk.
WEINGESETZ (1930)

Weinbaugebiete:
Baden
Hessische Bergstraße
Mittelrhein
Pfalz
Rheingau
Sachsen
Württemberg

Silvaner Muschelkalk QbA trocken 2015  >>>
Weingut Porzelt, Klingenmünster, Pfalz  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
       
Radebeuler Goldener Wagen Silvaner QbA 2015  >>>
Weingut Kastler Friedland, Radebeul, Sachsen  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
       
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Scheurebe QbA trocken 2015  >>>
Weingut Drei Herren, Radebeul, Sachsen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  14 €/ 0,75 l 
       
Riesling Auf der Mauer QbA trocken 2015  >>>
Weingut Bassermann-Jordan, Deidesheim, Pfalz  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17 €/ 0,75 l 
       
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Ihringer Fohrenberg Weißburgunder Kabinett trocken 2015  >>>
Weingut Lena Flubacher, Ihringen, Baden  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  6 €/ 0,75 l 
       
Heppenheimer Schloßberg Weißer Burgunder trocken 2015  >>>
Bergsträsser Winzer eG  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  15,9 €/ 0,75 l 
       
Kleinbottwarer Lichtenberg Weißburgunder trocken 2015  >>>
Weingut Graf Adelmann, Auf Burg Schaubeck, Württemberg  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
       
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Vogtsburger Schelingen Grauburgunder QbA trocken 2015  >>>
Weingut Georg und Thomas Schätzle, Vogtsburg Schelingen, Baden  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
       
Heppenheimer Eckweg Grauer Burgunder QbA trocken 2015  >>>
Bergsträsser Winzer eG  >>>
Alk.: 14,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17 €/ 0,75 l 
       
*****
Spätburgunder QbA trocken 2013  >>>
Weingut Georg und Thomas Schätzle, Vogtsburg Schelingen, Baden  >>>
Alk.: 14 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
       
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Spätburgunder Rotwein QbA „Edition“ trocken 2014  >>>
Weingut Josef Ambs, Bötzingen, Baden  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  7,8 €/ 0,75 l 
       
Spätburgunder „Kalkmergel“ QbA trocken 2014  >>>
Weingut Jülg, Schweigen, Pfalz  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,9 €/ 0,75 l 
       
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Spätburgunder „Lösswand“, Drei Sterne Selektion QbA trocken 2014  >>>
Weingut Arndt Köbelin, Eichstetten, Baden  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  18,5 €/ 0,75 l 
       
Spätburgunder „Arzheimer am Fürstenberg“ QbA trocken 2013  >>>
Weingut Kranz, Ilbesheim, Pfalz  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  18 €/ 0,75 l 
       
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Textor Tauberschwarz, Weikersheimer Schmecker QbA trocken 2014  >>>
Weingut Jürgen Hofmann, Röttingen, Württemberg  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  21,8 €/ 1,5 l 
       
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Rüdesheimer Berg Roseneck, Riesling feinherb QbA Crescentia 2014  >>>
Hess. Staatsweingüter Kloster Eberbach, Rheingau  >>>
Alk.: 11,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  11,4 €/ 0,75 l 
       
Oestricher Lenchen, Riesling Kabinett 2015  >>>
Weingut Jakob Kühn, Oestrich, Rheingau  >>>
Alk.: 10 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
       
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Bopparder Hamm Engelstein, Riesling Spätlese 2015  >>>
Weingut Florian Weingart, Spay, Mittelrhein  >>>
Alk.: 8,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  10,5 €/ 0,75 l 
       
Oestricher Lenchen, Riesling Spätlese 2015  >>>
Weingut Jakob Kühn, Oestrich, Rheingau  >>>
Alk.: 9 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  20 €/ 0,75 l 
       
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Bopparder Hamm Feuerlay, Riesling Spätlese MM 2015  >>>
Weingut Matthias Müller, Spay, Mittelrhein  >>>
Alk.: 8 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  14 €/ 0,75 l 
       
Rauenthaler Baiken, Riesling Spätlese Crescentia 2015  >>>
Hess. Staatsweingüter Kloster Eberbach, Rheingau  >>>
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16,2 €/ 0,75 l 
       

Erste Vorstellungsprobe des Jahrgangs 2015 am 26. Oktober 2016

Weißburgunder vom Löss trocken  2015  >>>
Weingut Lisa Bunn, Nierstein, Rheinhessen  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,5 €/ 0,75 l 
       
Prichenstädter Krone Weißburgunder Alte Reben trocken 2015  >>>
Weingut Stich, Bürgstadt, Franken  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
       
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Dorndorfer Rappental Silvaner Alte Reben QbA trocken 2015  >>>
Klaus Böhme, Kirchscheidungen, Saale-Unstrut  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
       
Thüringen Muskateller QbA trocken 2015  >>>
Thüringer Weingut Bad Sulza, Saale-Unstrut  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12 €/ 0,75 l 
       
Quinterra Scheurebe trocken 2015  >>>
Weingut Kühling Gillot, Bodenheim, Rheinhessen  >>>
Alk.: 12 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,8 €/ 0,75 l 
       
*****
Schiefergebirge Riesling trocken 2015  >>>
Weingut Kruger-Rumpf, Nahe  >>>
Alk.: 12 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  12,5 €/ 0,75 l 
       
Niederhäuser Rosenheck Riesling trocken 2015  >>>
Weingut Jakob Schneider, Nahe  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,5 €/ 0,75 l 
       
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Handwerk Spätburgunder trocken 2015  >>>
Weingut Julia Bertram, Ahr  >>>
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  11 €/ 0,75 l 
       
Spätburgunder, QbA, Balthasar C. 2015  >>>
Weingut Deutzerhof – Cossmann-Hehle, Ahr  >>>
Alk.: 13 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  16,9 €/ 0,75 l 
       
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Blaufränkisch trocken Biowein 2015  >>>
Weingut Roth, Wiesenbronn, Franken  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
       
Ingelheim am Rhein Sonnenhang Blauer Portugieser S 66 trocken 2015  >>>
Weingut Arndt Werner, Ingelheim, Rheinhessen  >>>
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17,8 €/ 0,75 l 
       
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Bio Silvaner trocken Franken 2015  >>>
Kraemer Ökologischer Weinbau, Auernhofen Franken  >>>
Alk.: 11,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  8,5 €/ 0,75 l 
       
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Niersteiner Hipping, Riesling feinherb „Thal“ 2015  >>>
Weingut Strub, Nierstein, Rheinhessen  >>>
Alk.: 11,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  10 €/ 0,75 l 
       
Rieslaner Spätlese Retzstadt 2015  >>>
Weingut Rudolf May, Retzstadt, Franken  >>>
Alk.: 11 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9,5 €/ 0,75 l 
       
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Ockfener Bockstein Riesling Kabinett  2015  >>>
Weingut von Othegraven, Kanzem, Mosel (Saar)  >>>
Alk.: 8,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13 €/ 0,75 l 
       
Maximin Grünhäuser Abtsberg Riesling Kabinett 2015  >>>
Maximin Grünhaus – Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf, Mosel (Ruwer)  >>>
Alk.: 7 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  13,9 €/ 0,75 l 
       
Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett 2015  >>>
Weingut Dr. Weins-Prüm, Bernkastel-Wehlen, Mosel  >>>
Alk.: 8 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  9 €/ 0,75 l 
       
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Graacher Himmelreich „Gehr“ Riesling Spätlese 2015  >>>
Weingut Philipps-Eckstein, Graach, Mosel  >>>
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  11 €/ 0,75 l 
       
Reiler Goldlay Riesling Spätlese 2015  >>>
Weingut Julius Treis, Reil, Mosel  >>>
Alk.: 8 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  18 €/ 0,75 l 
       
*****
Erdener Herzlei, Riesling Spätlese 2015  >>>
Weingut Dr. Hermann, Erden, Mosel  >>>
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: g/l  Säure: g/l  17 €/ 0,75 l 
       

Nochmal: mit dem Schiff auf dem Rhein (ein Nachtrag)

Meine Begeisterung über die önologische Schiffsreise mit dem Collegium Vini auf dem Rhein war so groß, dass ich eigentlich sofort darüber einen kleinen Beitrag schreiben wollte. Aber der heiße Sommer hatte in Andalusien die Trauben frühzeitig reifen lassen, so dass ich mich sofort nach der Rückkehr in den Süden begeben musste, da die Weinlese in unseren Rebgärten bereits anstand. Im Reisegepäck befand sich Peter Sloterdijks neue Übersetzung von „Der kleine Prinz“. Mit diesem Kinderbuch für Erwachsene hat Antoine de Saint-Exupery noch kurz vor seinem Tode bekanntlich Weltliteratur geschaffen. Immer kann ich mich für die Aussage des Fuchses begeistern, der den kleinen Prinzen belehrte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Da waren sie dann wieder vor meinem geistigen Auge, die Bilder von der hinreißenden Kulturlandschaft des Rheintals mit ihren Burgen, Schlössern, alten Dörfern und Weinbergen. Die Weine, die wir im Glas hatten, stammten allesamt von Trauben des Landes an dem wir gemächlich vorbeifuhren und dessen Terroir-Duft zu uns herüberwehte. Nach der späteren Lektüre des kleinen Prinzen wurde mir sehr deutlich, dass man das Herz nicht nur zum sehen benötigt, sondern genau so zum genießen eines Weines. „Man schmeckt nur mit dem Herzen gut“ könnte man Saint-Exuperys Aussage abwandeln.

Was ist das Herz im Zusammenhang mit sinnlichen Genüssen wie dem Sehen und dem Geschmack? Das Herz kann nur der Geist sein, jene schöpferische Kraft, die in uns die Wahrnehmungen und Eindrücke mit der Seele verknüpft. Im Angesicht der Weinberge und Denkmäler beseelt der Geist unsere Sinne und macht aus dem Reiz von Geschmacks- oder Geruchsnerven ein komplettes und unverwechselbares Erlebnis. Der Geist ist das verborgene Wesen auch in der Person des Weintrinkers, wie wir alle auf der Rheinfahrt am 27. August, 2016 irgendwie gespürt haben. So kommt es auch im obigen schönen Beitrag von Herrn Klaus Rössler zu der Reise zum Ausdruck.

Über 50 Champagner zu verkosten

Am 9.11.2016 findet im Holzhausenschlösschen eine Champagnerverkostung statt!
Näheres hier im pdf: Über 50 Champagner zu verkosten

Einladung zu den Vorstellungsproben des Jahrgangs 2015

Liebe Collegiatinnen und Collegiaten, liebe Gäste,

unsere beiden Vorstellungsproben des Jahrgangs 2015 finden im Steigenberger Hotel, Kaiser-Friedrich-Promenade 69-75, Bad Homburg v. d. H., an den folgenden Terminen statt:

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 18:30 Uhr
(Weinbaugebiete: Mosel, Saar, Ruwer, Ahr, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Franken, Nahe)

Donnerstag, 10. November 2016, 18:30 Uhr
(Weinbaugebiete: Mittelrhein, Baden, Pfalz, Rheingau, Sachsen, Württemberg, Hessische Bergstraße)

Der Jahrgang 2015 wird zu Recht sehr gelobt. In allen deutschen Weinbaugebieten waren die Winzer hoch zufrieden. Es wurden vielfach ungemein anregende, brillante, geschliffene Weine mit großer Eleganz gelesen. Der Jahrgang 2015 wird jetzt schon als einer der besten Jahrgänge der letzten 50 Jahre bewertet. Wir dürfen zwei ganz besondere Vorstellungsproben erwarten.

Unsere Gebietsbeauftragten haben aus dem neuen Jahrgang für uns wieder eine Fülle von interessanten Weinen ausgewählt – wir sind gespannt, wie sich die hoch gelobten 2015er Weine in unserer Gesamtschau der deutschen Weinbaugebiete präsentieren werden.

Der Kostenbeitrag pro Veranstaltung beträgt für Collegiatinnen und Collegiaten 40 €. Gäste – die stets willkommen sind – bezahlen einen Kostenbeitrag von 50 €. Während der Probe wird ein Tellergericht gereicht.

Bitte melden Sie sich bei Frau Gerda Machau verbindlich an und überweisen Sie den entsprechenden Betrag.

Mit herzlichen Grüßen

gez. Dr. Thomas Thees gez. Horst Dietzel

Große Gewächse – und nicht so große

In der heutigen (6.9.2016) FAZ ist ein lesenswerter Artikel der Brüder Fabian und Cornelius Lange mit diesem provokanten Titel erschienen. Wir haben zwar gerade erst die Rheingau-Tour überstanden, hier hatten wir Gelegenheit, bereits einige 2015er, darunter auch Erste Lagen aus dem VDP, zu verkosten – und dennoch hat mich der Artikel neugierig gemacht auf unsere Jahrgangsproben am 26.10. und 10.11. Wenn man den Artikel liest, scheint die Planung und Vorbereitung der Jahrgangsproben diesmal eine größere Herausforderung für unsere Gebietsexperten zu sein. 2015 standen wohl die Winzer vor einem Dilemma, früher lesen oder noch warten.
Vielleicht ist ja das eine oder andere Große Gewächs aus dem Artikel bei unserer Probe dabei (ZAUNPFAHL!). Den Rundumschlag bzgl. Große Gewächse hatten wir ja bereits im Frühjahr mit unserer Probe „Grosse Gewächse und ihre Geschwister“.
Wir konnten in der Probe den 2014 Riesling Grosses Gewächs „Dellchen“ trocken vom Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen, Nahe, genießen. Der 2015er wurde von den beiden Brüdern im Artikel nun „als einer der besten Weine der in der gesamten Probe (Aprikose, Jasmin, Zitrone, etwas Mandarinenschale, verführerische Frucht, salzig-knusprige Säure, vielschichtig und feiner Nachhall)“ bezeichnet. Ich muss heute abend nachschauen, ich glaube, ich habe noch ein Dellchen.

Folgende Weine wurden von Fabian und Cornelius Lange als hervorragend bezeichnet – vielleicht können ja einige Collegiaten etwas dazu sagen (hier schreiben?):

Riesling

Mosel:
Blaufüßer Lay, Weingut Heymann-Löwenstein der Uhlen
Wehlener Sonnenuhr, Weingut S.A. Prüm
Scharzhofberger sowie Volz, Weingut van Volxem
Bockstein sowie Saarfeilser, Weingut Sankt Urbans-Hof
Rausch (sic!), Weingut Zilliken

In der letzten Vorstandssitzung zeigte sich Dr. Thees bereits hin und weg von der Qualität der 2015er Moselweine.

Rheingau:
Kirchenstück, Hölle, Berg Schlossberg und Weiß Erd, Weingut Künstler
Kirchenstück, Domdechaney, Weingut Domdechant Werner
Doosberg, Weingut Kühn
Jungfer, Schönhell, Weingut Prinz
Berg Schlossberg, Berg Roseneck, Weingut Kesseler
Berg Rottland, Weingut Johannishof

Nahe:
Dellchen, Weingut Dönnhoff

Rheinhessen:
Pettentahl, Hipping, Weingut Gunderloch

Pfalz:
Pechstein, Kalkofen, Weingut Bassermann-Jordan

Franken:
Würzburger Stein, Weingut Juliusspital
Würzburger Stein, Weingut am Stein Ludwig Knoll
Pfülben, Weingut Schmitts Kinder

Spätburgunder (2014)

Baden:
Bienenberg, Schlossberg, Weingut Huber

Ahr:
Kräuterberg, Weingut Meyer-Näkel

Impressionen unserer Schiffahrt mit „St. Nikolaus“

Es war ein wunderbares, um nicht zu sagen „berauschendes“ Erlebnis, mit Gleichgesinnten gute Gespräche zu führen und im Vorbeifahren einige der besten Weine des Rheingaus zu genießen. Das Wetter war phänomenal, am Fluss war richtig Leben, inkl. zahlreicher Schwimmer im Rhein, was man nicht so häufig sieht.

Gefallen haben mir, neben dem Assmannshäuser Höllenberg, der bei mir sowieso immer zu den Favoriten zählt, egal von welchem der möglichen 70 Winzer er stammt, der Engehöller Bernstein „S“, VDP.ERSTE LAGE 2015 vom Weingut Lanius-Knab und der GB CHarm 2015 von Georg Breuer. Breuer mag ich sowieso sehr gerne, auch was die in der Drosselgasse treiben. Man sitzt, isst und trinkt dort extrem gut.
Interessant fand ich die Erklärung der Lage „Mannberg“ anlässlich der Verkostung des Hattenheimer Mannberg Auslese 2009 von Weingut Langwerth von Simmern. Ein Mannberg war die Leistung, die eben ein Mann am Berg erbringen konnte, vergleichbar mit unserem heutigen Personentagessatz.

Zum Gelingen haben beigetragen:
natürlich die Winzer, der Moderator Markus Hebgen, Frau Krug, unser Kapitän Niko mit seinem Matrosen, Bianka Rössler von der Rössler Linie, die Weinpump in Eltville, unsere Frau Machau, aber nicht zuletzt die Wagemutigen, die Teil dieses Experiments waren und allem Anschein nach viel Spaß an diesem Tag hatten. Herzlichen Dank.

Einen habe ich noch:

Probenliste Rheingau-Tour am Samstag, dem 27. August 2016, von St. Goarshausen nach Eltville

Die Spannung steigt und alle Teilnehmer unserer Rheingau-Tour sind schon voller Vorfreude. Der Wettergott scheint uns besonders wohl gesonnen, wir werden also eine wunderbare Fahrt genießen können. Apropos Genuß – hier kommt das, was wir uns vorgenommen haben: Just beim Vorbeifahren des jeweiligen Weinberges eine entsprechende Kreszenz zu verkosten. Ist also eigentlich eher ein Weinfahrplan als eine Probenliste …


 

Weingut Lanius-Knab
Engehöller Bernstein „S“, VDP.ERSTE LAGE 2015
Alk.: 13,5 Vol%  RZ: 5,3 g/l  Säure: 8,7 g/l  12,7 €/ 0,75 l 
       
Weingut Toni Jost
Bacharacher Hahn, VDP.ERSTE LAGE 2015
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: 8,8 g/l  Säure: 7,3 g/l  13,8 €/ 0,75 l 
       
Weingut von Kanitz
Lorcher Pfaffenwies, VDP. ERSTE LAGE 2015
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: 4,1 g/l  Säure: 7,5 g/l  8,8 €/ 0,75 l 
       
Staatsweingüter Kloster Eberbach
ASSMANNSHÄUSER HÖLLENBERG ‚CRESCENTIA‘ Spätburgunder 2014
Alk.: 12,5 Vol%  RZ: 0,5 g/l  Säure: 5,3 g/l  20,5 €/ 0,75 l 
       
Weingut Leitz
Magic Mountain, VDP.ORTSWEIN 2015
Alk.: 12 Vol%  RZ: 6 g/l  Säure: 7,7 g/l  17,5 €/ 0,75 l 
       
Weingut Georg Breuer
GB CHarm 2015
Alk.: 11 Vol%  RZ: 13,2 g/l  Säure: 7,6 g/l  9,5 €/ 0,75 l 
       
Schloss Johannisberg
Grünlack Schloss Johannisberg, VDP. GROSSE LAGE 2014
Alk.: 8 Vol%  RZ: 84,8 g/l  Säure: 8,9 g/l  33 €/ 0,75 l 
       
Weingut Josef Spreitzer
Oestricher Lenchen Spätlese „303“, VDP.GROSSE LAGE 2015
Alk.: 7,5 Vol%  RZ: 97,4 g/l  Säure: 9,1 g/l  21 €/ 0,75 l 
       
Weingut Bibo & Runge
Hallgartener Jungfer Auslese 2015
Alk.: 9 Vol%  RZ: 94 g/l  Säure: 10,8 g/l  30 €/ 0,5 l 
       
Weingut Langwerth von Simmern
Hattenheimer Mannberg Auslese 2009
Alk.: 11 Vol%  RZ: 102,5 g/l  Säure: 6,6 g/l  25 €/ 0,375 l 
       
Baron von Knyphausen
Kiedricher Sandgrub Riesling Auslese 2009
Alk.: 9 Vol%  RZ: 103,5 g/l  Säure: 8 g/l  36 €/ 0,75 l 
       
Weingut J.B. Becker
Wallufer Walkenberg Spätburgunder, Spätlese 2009
Alk.: 14 Vol%  RZ: 0,1 g/l  Säure: 4,5 g/l  25 €/ 0,75 l 
       

Weinimpressionen aus dem Elbtal

Die von unserem Mitstreiter Wolfgang Uhl organisierte Weinreise an die Elbe war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ich möchte an dieser Stelle ein paar sehr persönliche Highlights erwähnen, die selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Objektivität haben können und wollen.

Die spezifische Geschichte Sachsens hat bekanntermaßen zu dem heute üblichen kleinparzelligen Weinbau geführt. Kein Wunder, dass sich sehr viele Individualisten und Quereinsteiger in dieser Region als Winzer betätigen. Einer von ihnen ist der Franzose Frédéric Fourré, den die Liebe zum Kleinen und Individuellen so erfüllt, dass es ihm nicht ausreicht zu betonen, dass er aus Paris kommt sondern er stolz verkündet, dass seine Heimat am Place de Clichy ist. Durch diesen Hinweis wurde ich unweigerlich an Henry Millers skandalumwitterten, autobiographischen Roman „Quiet days in Clichy“ (Stille Tage in Clichy) erinnert und der erste Schluck den ich von einem Fourré-Wein getrunken habe war tatsächlich ein außerordentlich sinnliches Erlebnis, eines Henry Miller durchaus würdig. Es war die Grauburgunder-Riesling Cuvée namens „Chéri“. Die klangliche Nähe zum Sherry war natürlich gewollt, denn der Wein wurde ganz bewusst oxydativ ausgebaut und erinnerte in der Nase und am Gaumen sehr an einen tiefgründigen Amontillado. Ungewöhnlich aber genussvoll und als Aperitif ein grandioser Appetitanreger!

Andere Schöpfungen des rührigen Franzosen waren der „Chimäre de Saxe“, in dem er einen Grauburgunder mit einem weiß gekelterten Spätburgunder vermählt hat. So einen Wein kann man eigentlich gar nicht in Verkehr bringen, denn Moste aus roten und weißen Trauben dürfen, laut Weingesetz, nicht miteinander verschnitten werden. Dass dieser Wein dennoch existiert ist nicht nur ein großes Glück für den Genießer sondern auch ein Hinweis auf die bewundernswerte Sorglosigkeit und Pfiffigkeit des Winzers. Noch ein Wein aus dem Schaffensbereich des Frédéric Fourré verdient hohes Lob: der wunderbare Essensbegleiter „Tu les Merites 2015“, eine Cuvée aus vier verschiedenen Weißweinen. Keine der verwandten Sorten war geschmacklich eindeutig zu erkennen sondern es war ein neuer, spannender Wein entstanden. Wer nach dem Genuss dieses Weins noch an dem Potential einer mit Vernunft und Herzblut zusammengestellten Mischung von verschiedenen Rebsorten zweifelt, kann nur ein unverbesserlicher Dogmatiker sein.

Ein wirklicher Quereinsteiger in Sachen Wein ist Bernd Kastler, der zusammen mit dem waschechten Sachsen Enrico Friedland, sehr bemerkenswerte Weine herstellt. Der Jurist Dr. Bernd Kastler war im Vorstand einer Frankfurter Pharmafirma, bevor ihn die Liebe zum Wein ins Elbtal brachte. Er und sein Partner besitzen Parzellen in Radebeuler Toplagen wie dem Johannisberg oder dem Goldenen Wagen bzw. dem Steinrücken. Seine Weine sind in einer bestimmten Weise sehr typisch sächsisch: feingliedrig, elegant und manchmal äußerst zart und beinahe zerbrechlich. Sein reinsortiger Sylvaner 2015, eine absolute Rarität in dieser Gegend, zeigt es: er schwebt wie eine duftende Fee über den Gaumen und hinterlässt in der Seele ein Lächeln. Ein Wein der tatsächlich glücklich macht. Einen Kontrapunkt stellt sein Weissburgunder 2015 dar, dieser ist deutlich kräftiger und hat, neben Birne und Pfirsich ganz zarte Holznoten, aber auch er ist in seiner Struktur ein sehr feiner Sachse!

Es gäbe noch unendlich viel zu berichten aus diesem schönen deutschen Weinland, wo sich einige junge Winzer, einschließlich der beiden oben genannten, in einem losen Verbund zusammengefunden haben. Unter dem Namen „Die gemischte Bude“ unterstützen sie sich gegenseitig, diskutieren und verkosten miteinander. Matthias Gräfe, sachkundiger Besitzer eines Weinladens in Radebeul ist der Spiritus rector der Gruppe. Ich habe mit ihm in den Weinbergen an einer Wegkreuzung gestanden und buchstäblich jeder, der an diesem Samstag Morgen vorbeikam (und das waren, weiß Gott, nicht wenige) begrüßte ihn und hielt ein kurzes Schwätzchen. Die „Bude“ hätte keinen besseren PR-Manager finden können! Alles in allem: das Elbtal ist aus Sicht des Weinfreundes eine Reise wert und so großartige Städte wie Dresden und Meißen steuern Kunst und Kultur in Hülle und Fülle dazu bei.